Dr. Ulrike Kammann

Der Fluch der Poster Handouts

6. Juni 2009 · Kommentar schreiben

Postersession SETAC Göteborg 2009

Auf einer großen Konferenz wie der SETAC 2009 in Göteburg will jeder der über 1500 Konferenzbesucher ein Poster zeigen, einen Vortrag halten oder eine Session leiten. Die „alten Hasen“ bieten gleich einen ganzen Blumenstrauß dieser Aktivitäten an und erscheinen im Abstract-Book mit eine langen Aufzählung solcher Aktivitäten. Je länger die Liste, desto wichtiger die Persönlichkeit bzw. desto größer seine/ihre Arbeitsgruppe und Netzwerk.

Vier Tage  lang wurden auf der Konferenz morgens gefühlte 500 Poster aufgehängt und abends wieder abgenommen um Platz für die Poster des folgenden Tages zu schaffen. Das ist eine Informationsflut in Tsunami-Größe.

Und was sind jetzt Poster-Handouts? Das ist die papiergewordene Take-Home-Message: Eine Din-A4-Version des Posters, die man einsammeln und später lesen kann. Bei hunderten von Postern täglich ist es kaum möglich auch nur die wichtigsten direkt zu erfassen. Und was ist mit den anderen? Nun von denen nimmt man sich eben ein Handout mit.

Diese Handouts sind aber irgendwann mal alle. Der findige Handoutsammler lässt also am frühen Vormittag gezielt eine Session aus, um VOR der offiziellen Posterbegutachtung in der ersten Kaffeepause  schnell alle wichtigen Handouts einzusammeln. Nach vier posterhaltigen Tagen hat er dann einen dicken Stapel an Informationen zum nach hause tragen. Leider macht das viel Stress während der Konferenz und  die Erfahrung zeigt, dass man diese Handouts nicht liest sondern sie nach einigen Jahren im Schreibtisch wieder findet und nur noch wegwirft.

Also was tun? Mit den Leuten vor den Postern sprechen und diskutieren halte ich für viel wertvoller. Lasst die Handouts stecken, tauscht Visitenkarten und redet auch mal mit einem Posterpresenter vor einem vermeintlich uninteressanten Poster. So macht Konferenz auch am letzten Tag noch Spaß!

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