Wie wird meine Arbeit häufig zitiert?

Wissenschaftliche Publikationen werden von Fachkollegen im Durchschnitt in den ersten drei Jahren am häufigsten zitiert, danach fällt die Rate rasch ab. Das ist bei fast allen Arbeiten der Fall, aber einige wenige schaffen es, im Bewusstsein der wissenschaftlichen Community zu bleiben und verschwinden nicht in der Versenkung alter Publikationen. Das Paradebeispiel ist  eine Arbeit, die seit Jahrzehnten etwa 10000 Mal pro Jahr zitiert wird: Proteinbestimmung nach Lowry von 1951. Diese Arbeit führt unangefochten die Liste der 100 meistzitierten Arbeiten aller Zeiten an.  Die zweite berühmte Methode zur Proteinbestimmung nach Bradford ist übrigens die Nummer 3 in dieser Hitliste und bringt es auf immerhin die halbe Anzahl an Zitaten pro Jahr.

Was können wir von Herrn Lowry lernen? Wie schreiben wir selbst so einen Evergreen – oder zumindest einen kleinen Dauerbrenner?

  1. Ein methodisches Thema wie bei Lowry und Bradford scheint eine gute Idee zu sein. Wenn man Glück hat, wird man zum Namenspatron der Methode wird zitiert.
  2. Wichtig ist ein guter Titel z.B. “Die X-Chemikalie induziert das Y-Gen im Z-Organismus” oder “Einflussfaktor A korreliert mit Effekt B im C-Gebiet”. Man muss sich klar machen, dass die meisten Fachkollegen, so wie wir selbst, selten den ganzen Artikel lesen sondern eigentlich nur den Titel und maximal Abstract und Conclusion, wenn sie passende Zitate für den eigenen Artikel suchen. Und damit kommen wir direkt zur Nummer 3:
  3. Ein einfaches Abstract – Wer nach den ersten drei bis fünf Sätzen nicht den Kern des Artikles verstanden hat, der wird auch kaum weiterlesen. Im Abstract muss das Problem umrissen sein, der methodische Ansatz, das Ergebnis und die Konsequenz für das Ausgangsproblem – am besten in vier Sätzen. Das ist sozusagen “publication in an nutshell”.
  4. Lowry und Bradford machen es uns vor: Der Artikel darf nicht zu lang sein (liest ja keiner, wie wir wissen) und darf nicht zu kompliziert sein (kein anderer ist so schlau wie Sie selbst).
  5. Harte Daten im Abstract sind gut. Schreiben Sie dort Zahlen rein, wenn Ihr Thema das hergibt.
  6. Die Kernaussagen sollten am Ende noch mal wiederholt werden, damit der Leser, der es bis hierher geschafft hat, weiss, welche Aussage er mit dem Zitat Ihrer Arbeit belegen kann.
  7. Legen Sie viel Wert auf (wenige) Abbildungen und Tabellen. Denken Sie an die lesefaulen Kollegen, die Sie mit aussagefähigen Grafiken, die signifikante Unterschiede, Abhängigkeiten oder ähnliches zeigen, auf einem Blick überzeugen wollen.
  8. Meine Strategie ist es, wichtige Fachkollegen, die viel publizieren und viel gelesen werden, der Zeitschrift als Reviewer vorzuschlagen. Niemand liest Ihr Papier so genau wie der Reviewer und er wird Sie gern zitieren, weil er meist auch nur die Publikationen zu 100% kennt, die er selbst geschrieben oder begutachtet hat.

Weitere Tipps zur erfolgreichen Publikation finden sich hier.

Denken Sie immer an Ihren Hirsch-Index.

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