Das Kind braucht einen Namen

Äußerlichkeiten sind wichtig für den ersten Eindruck. Für einen guten Projektantrag braucht man einen guten Namen. Der Gutachter, der das Proposal in die Hand nimmt, muss schon ein Lächeln auf den Lippen und erste Assoziationen vor Augen haben. Mein All-time favourite unter den Projektnamen ist “BRAIN”. Kurz, prägnant und genial. Die Mythologie gibt auch viel her und ich kenne Meeresforschungsprojekte, die nach griechischen, römischen und ägyptischen Meeresgöttern und Nymphen benannt wurden. Meist entsteht ja erst das Akronym in einer Brainstorming Sitzung beim Bier oder einem anderen entspannten Ort und dann bastelt man daraus eine plausible Abkürzung.
Mir wurde vor Jahren ein Projektantrag mit dem Namen “DRAMA” abgelehnt. Das lag sicher auch ein wenig mit am Namen.
Geförderte Projekte unter dem letzten Bonus+ Call für die Ostsee hießen beispielsweise: AMBER, BAZOOCA, BEAST oder HYPER. Alles positive, kraftvolle und suggestive Namen für die Ostseeforschung.
Bei einem Einkaufsbummel begegnete mir noch eine unerwarete Quelle für gute Namen: Bestecke und Porzellanservice können sehr wohlklingende und prägnante Namen haben. Vor dem nächsten Forschungsantrag sollte ich also shoppen gehen.

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