Hat ein Fisch gefressen, wird die Gallenflüssigkeit zur Verdauung gebraucht und die Gallenblase ist danach leer. Hat der Fisch seine Mahlzeit verdaut und füllt sich seine Gallenblase langsam wieder, so ist die Farbe der Flüssigkeit erst hellgrün und wird nach und nach dunkler. Fastende Fische haben eine dunkelgrüne Galle, die im Extremfall fast schwarz werden kann.
Die Gallenfarbe kann man im Photometer über die Absorption bei 380nm (gemischte Gallenpigmente) oder bei 660 nm (Biliverdin) recht einfach messen. Mit dieser Messung erhält man über die Gallenfarbe eine Information, die man auch bei Untersuchungen zur Magenfüllung der Fische erwarten würde.
Bei Aalen geht die Umwandlung vom Gelbaal zum abwanderbereiten Blankaal mit dem Ende der Fressaktivität einher. Die dunkle Galle eines nicht fressenden Aals ist also ein indirekter Hinweis auf die Umstellung des Stoffwechsels und die einsetzende Gonadenentwicklung. In der unten zitierten Publikation ist die Konzentration der Galle (gemessen über Gallenfarbe und PAH-Metaboliten in der Galle) von Aalen mit dem bekannten “Silvering Index”, als Maß für den Reifezustand, verglichen worden.
Es zeigte sich, dass die einfache und schnelle Messung der Gallenfarbe sehr eng mit dem Silvering Index verbunden ist, und daher Informationen über Ernährungszustand des Fisches bzw. Reifezustand beim Aal zulässt. In der Publikation geht es eigentlich um PAH-Metabolite und ihrem Potential zur Beschreibung geeigneter Habitate für den Aal-Besatz in Deutschland. Die Geschichte mit der Gallenfarbe war eher ein Randaspekt, aber für den Aal kann man mit dieser Messung wichtige physiologische Informationen gewinnen.








