Eine Auszeichnung im Lebenslauf zu nennen, ist immer gut. Egal, ob man nun der Beste von zweien oder von 100 war. Meist sieht man dem Preis die Konkurrenz nicht an. Beste Diplom- Master oder Doktorarbeiten werden von verschiedenen Zirkeln in Deutschland ausgezeichnet. Junge Forscher/innen haben auf Veranstaltungen, z.B. von der SETAC, die Möglichkeit für den besten Vortrag oder das beste Poster ausgezeichnet zu werden. Um diesen Preis zu bekommen, muss man unterhalb einer Altersgrenze sein, die ich sicherlich nicht mehr erreiche. Die alten Zwölfender unter den Forschern schustern sich gegenseitig Medaillen und Preise zu, die es erst ab 50 Jahre langer Aufopferungen für das Lieblingsthema kurz vor der Rente gibt. Man kann als bewährter Forscher auch gleich Ehrenmitglied einer Fachgesellschaft werden.
Für alle, die altersmäßig zwischen Post-Doc und Emeritierung liegen, ist es viel schwerer einen Preis zu bekommen. Positive Ausnahme war die letzte Tagung der SETAC-GLB in Landau. Hier wurden, nachdem die Jungforscher bedacht waren, wohlwollend Preise für besondere Leistungen verliehen: Der Vortrag mit dem kürzesten (längsten) Titel wurde prämiert, es gab ein Präsent für die früheste Anmeldung zu Tagung und für die meisten Coautorenschaften. Ja, das lob‘ ich mir! Da kommen auch die bisher bescheiden im Hintergrund stehenden Arbeitsgruppenleiter endlich mal ins Rampenlicht und können sich die hart verdiente Ehrung abholen. Wer seinen Preis für den “längsten Vortragstitel“ selbstbewusst im Lebenslauf seiner nächsten Bewerbung nennt, der beweist zumindest eines: Er oder sie hat Humor und kann über sich selbst lachen. Wenn das nicht ein guter Grund ist, die Person zu einem Vorstellungsgespräch einzuladen.





